Wer „TEXSAR einrichten" googelt, findet Projekthomepages, GitHub-Repos und Diskussionen in BOS-Foren – aber keine vollständige Anleitung, die erklärt wie ein Drohnentrupp das System von Null in Betrieb nimmt. Das ist diese Anleitung.
Was TEXSAR ist und warum es für Drohnentrupps gemacht wurde
TEXSAR (Texas Search and Rescue) ist eine Open-Source-Plattform für die Koordination bei Such- und Rettungseinsätzen. Sie wurde ursprünglich für SAR-Teams in den USA entwickelt, wird aber zunehmend von deutschen BOS-Einheiten – insbesondere Drohnentrupps der Freiwilligen Feuerwehr und des THW – eingesetzt.
Was es kann: GPS-Tracking von Einsatzkräften und Drohnen in Echtzeit, gemeinsames Lagebild auf Karte, Aufgabenverteilung, Suchgitter-Planung, Fotodokumentation direkt aus dem Einsatz. Alles ohne US-Cloud – der Server läuft bei Ihnen.
Was Sie brauchen bevor Sie anfangen
Für einen funktionierenden TEXSAR-Betrieb brauchen Sie drei Dinge: einen Linux-Server (lokal oder in der Cloud), mindestens ein Android-Gerät mit der ATAK-App, und eine Stunde Zeit für die Ersteinrichtung. Das war's.
Server: Ein kleiner Server mit Ubuntu 22.04 LTS reicht für einen Drohnentrupp bis 20 Personen. RAM-Bedarf: 2 GB. Festplatte: 20 GB. Das läuft auf einem Mini-PC (Beelink EQ12, ca. 150 €) genauso gut wie auf einem gemieteten Cloud-Server.
Android-Geräte: ATAK (Android Team Awareness Kit) ist die App mit der Einsatzkräfte im Feld arbeiten. Sie ist kostenlos im Play Store und läuft ab Android 8.
Schritt 1: Server aufsetzen
TEXSAR nutzt einen TAK-Server als Kern. Die einfachste Variante ist FreeTAKServer – ein Python-basierter TAK-Server der einfacher zu installieren ist als das Original.
Nach Ubuntu-Installation führen Sie aus:
sudo apt update && sudo apt install python3-pip -y
sudo pip3 install FreeTAKServer
sudo python3 -m FreeTAKServer.controllers.services.FTS -yaml /opt/FTSConfig.yaml
Der Server startet dann auf Port 8087 (TCP) und 8088 (UDP). Diese Ports müssen in Ihrer Firewall freigegeben sein – aber nur für das Einsatznetz, nicht für das Internet.
Schritt 2: ATAK auf den Geräten einrichten
In ATAK: Settings → Network → TAK Servers → Add Server. Tragen Sie die IP Ihres Servers ein, Port 8087, Protokoll TCP. Beim ersten Verbinden erscheinen alle verbundenen Geräte auf der Karte.
Für den Drohnenbetrieb: Die Drohne sendet GPS-Position über einen Handheld (z.B. Samsung Tab A) der neben dem Piloten liegt. Auf dem ELW-Bildschirm sieht der Einsatzleiter alle Positionen in Echtzeit.
Schritt 3: Einsatzintegration testen
Vor dem ersten Realeinsatz: Übungsübung mit drei Szenarien. Erstens: alle Einheiten verbinden sich – erscheinen alle auf der Karte? Zweitens: Suchgitter anlegen und einem Team zuweisen. Drittens: Foto aus dem Feld hochladen und auf dem Server verifizieren.
Was regelmäßig schiefgeht: WLAN-Abdeckung im Einsatzgebiet. TEXSAR braucht keine permanente Verbindung – es synchronisiert sobald wieder Verbindung besteht. Aber der Server muss erreichbar sein. Lösung: mobiler Hotspot am ELW oder LTE-Router im Einsatzfahrzeug.
Was das kostet
Hardware für den Server: 150–400 € einmalig. Betrieb: falls auf eigenem Server, nur Strom (ca. 5 W Leerlauf). Falls Cloud-Server: 5–15 € pro Monat. Lizenzkosten: null. TEXSAR und FreeTAKServer sind Open Source.
TEXSAR für Ihren Drohnentrupp einrichten lassen
Wir übernehmen Setup, Konfiguration und Einweisung – einmalig, kein Wartungsvertrag nötig.