FREIHEIT

Röntgenbilder selbst hosten: DICOM ohne Monatsabo für die kleine Praxis

07. May 2026 · 7 Min.

Eine kleine Arztpraxis oder Zahnarztpraxis hat in der Regel 500 bis 5.000 DICOM-Dateien – Röntgenbilder, CT-Aufnahmen, Panoramaaufnahmen. Für dieses Volumen werden monatlich zwischen 30 und 150 € an Cloud-Dienste bezahlt. Dabei läuft die eigentliche Arbeit – Bilder öffnen, mit Kollegen teilen, Befunde dokumentieren – auf einem Gerät das bereits in der Praxis steht.

Was DICOM ist und warum es besondere Software braucht

DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) ist das Standardformat für medizinische Bildgebung. Es ist kein JPG – es enthält Patientendaten, Geräteinfos, Aufnahmedaten und die eigentlichen Bilddaten in einem. Ein normaler Bildbetrachter kann es nicht öffnen.

Das ist der Grund warum Praxen Software kaufen oder mieten müssen. Aber der Funktionsumfang, den die meisten kleinen Praxen wirklich nutzen, ist klein: Bilder öffnen, zoomen, messen, einen sicheren Link für den Überweisung-Empfänger generieren, Bilder 10 Jahre aufbewahren.

Die Selbst-Hosten-Option: Nextcloud + DICOM Viewer

Nextcloud – eine Open-Source-Datei-Plattform – hat einen DICOM Viewer als integrierbares Addon. Die Kombination läuft auf einem kleinen Server in der Praxis oder auf einem dedizierten Hosting, das die Praxis selbst kontrolliert.

Was das bedeutet in der Praxis: Röntgenbilder werden wie Dateien hochgeladen. Im Browser öffnet sich der DICOM Viewer. Zoom, Helligkeit, Kontrastanpassung, Messwerkzeuge – alles vorhanden. Für Überweisungen: einen zeitlich begrenzten, passwortgeschützten Link erstellen. Der Empfänger braucht keine eigene Software.

Was Sie für den Betrieb brauchen

Einen kleinen Server – entweder einen Mini-PC in der Praxis (ca. 200–350 €, einmalig) oder einen gemieteten Server bei einem deutschen Rechenzentrum (ca. 10–20 € pro Monat). Dazu die Nextcloud-Installation und das DICOM-Addon. Die Einrichtung dauert einen halben Tag. Danach läuft das System ohne weiteren Aufwand.

Wichtig: Für klinisch-diagnostische Anwendungen in regulierten Umgebungen gelten CE-Zertifizierungspflichten für Medizinprodukte (MDR). Was hier beschrieben wird ist für nicht-zertifizierungspflichtige Anwendungsfälle – insbesondere kleine Praxen die ein praktisches Archiv-und-Sharing-System suchen, keine zertifizierte Befundungssoftware ersetzen wollen.

Was Sie sparen

Bei einem typischen Cloud-DICOM-Dienst für kleine Praxen: 60–120 € pro Monat. Über 5 Jahre: 3.600–7.200 €. Mit selbst gehostetem System: einmalig 200–350 € Hardware, plus 10–20 € monatliches Hosting. Amortisiert sich in 3–6 Monaten.

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