DATEV zu kündigen ist einfacher als die meisten denken – und schwieriger als die meisten hoffen. Einfacher, weil die Software selbst ersetzbar ist. Schwieriger, weil DATEV nicht nur ein Produkt ist, sondern ein Ökosystem das Steuerberater, Mandanten und Finanzbehörden verknüpft.
Diese Seite erklärt was wirklich passiert wenn Sie kündigen, was Sie vorbereiten müssen und was eine Alternative kostet.
Was DATEV eigentlich ist – und was davon ersetzbar ist
DATEV ist für die meisten KMU drei Dinge gleichzeitig: Buchhaltungssoftware, Lohnabrechnung und die Datenschnittstelle zum Steuerberater. Das Problem: Diese drei Funktionen sind technisch nicht voneinander trennbar wenn Ihr Steuerberater ebenfalls DATEV nutzt.
Was das bedeutet: Wenn Sie DATEV kündigen aber Ihren DATEV-gebundenen Steuerberater behalten, haben Sie das Problem nicht gelöst – Sie haben nur Geld ausgegeben. Der erste Schritt ist also ein Gespräch mit Ihrem Steuerberater: Arbeitet er auch mit DATEV-unabhängigen Clients? Viele tun es – aber fragen Sie, bevor Sie kündigen.
Was danach kommt: die drei Wege
Weg 1: Steuerberater wechseln zu einem der mit Alternativsoftware arbeitet. ERPNext, Lexoffice oder sevDesk sind ELSTER-kompatibel und können Daten in Formaten exportieren die jeder Steuerberater verarbeiten kann. Dieser Weg ist der sauberste – aber er bedeutet auch Steuerberater-Wechsel, was administrativen Aufwand hat.
Weg 2: DATEV für den Steuerberater behalten, eigene Buchhaltung in ERPNext führen. ERPNext hat einen vollständigen DATEV-Export. Sie buchen in ERPNext, exportieren monatlich die Daten, Ihr Steuerberater importiert sie in DATEV. Das kostet Sie keinen Kontaktverlust mit dem Steuerberater und spart trotzdem die DATEV-Lizenz.
Weg 3: Vollständige Migration. Neuer Steuerberater, neues System, sauberer Schnitt. Aufwand hoch, Ergebnis maximal unabhängig. Für Unternehmen die ohnehin wachsen oder reorganisieren, oft der sinnvollste Weg.
Was der Wechsel wirklich kostet
DATEV-Lizenz Mittelstand: 1.200–3.600 € pro Jahr je nach Modulen. ERPNext selbst gehostet: 0 € Lizenz, plus Hosting 20–60 € pro Monat. Einmalige Einrichtung und Datenmigration: 500–2.000 € je nach Datenmenge und Komplexität.
Amortisation: typischerweise nach 6–18 Monaten, je nach bisherigen DATEV-Kosten.
Was Sie vor der Kündigung sichern müssen
Alle Buchungsdaten als CSV oder DATEV-Export. Alle Belege als PDF. Lohnabrechnungen der letzten 10 Jahre (gesetzliche Aufbewahrungspflicht). Offene Posten Liste. ELSTER-Zugangsdaten (die gehören Ihnen, nicht DATEV).
Migration von DATEV – wir begleiten den Wechsel